www.NUeB.de /
Fahrrad /
Tips & Tricks /
Knackgeräusche
Fahrrad: Hör' mal, was da knackst ...
Ein häufig auftretendes Problem sind Knackgeräusche, Klackern, Knirschen, Knarzen oder ähnliches beim Fahren. Gerade moderne Rahmen mit großvolumigen Rohren machen es nicht unbedingt einfach, die Quelle derartiger Geräusche herauszufinden, da sie Schall hervorragend übertragen.
Mit diesem kleinen Fragenkatalog sollte man dem Übeltäter früher oder später auf die Schliche kommen, zuerst einmal sollte die Antriebseinheit betrachtet werden:
Kurbeln, Kettenblätter, Pedale
- lassen sich die Pedale frei drehen oder deutet rauher Lauf
auf schlecht eingestellte, trockene oder gar verschlissene
Lager hin?
- sind die Pedale fest in den Kurbelarmen eingeschraubt, die
Schraubgewinde sauber und gefettet?
- sitzen die Kettenblattschrauben fest, sind die Gewinde
sauber und gefettet?
- sind die Kettenblätter evtl. schon verschlissen, so daß die
Kette die Steighilfen berühren kann?
- sitzen die Kurbeln fest genug auf der Tretlagerwelle, ist die
Kontaktfläche sauber und gefettet?
Wie steht's um die Kurbelschrauben?
Tretlager (Innenlager)
- läßt sich das Tretlager (Kette von den Blättern nehmen!)
frei drehen, oder deutet unsauberer Lauf auf verdreckte
/ verschlissene Lager?
- sitzen die Tretlagerschalen fest, sind sie mit hinreichend
viel Fett (oder Kupferpaste) im Tretlagergehäuse
eingeschraubt?
Schaltung
- kommt der Umwerfer gelegentlich mit der Kette oder dem
rechten Kurbelarm in Berührung?
- kann das Schaltwerk in den Bereich der Hinterrad-Speichen
gelangen?
Hinterrad
- sitzen alle Ritzel fest auf dem Freilauf?
- ist der Freilauf selber in Ordnung, greifen alle
Sperrklinken?
- sind alle Speiche sauber gespannt, oder können sich welche
zu sehr gegeneinander bzw. in der Felge bewegen?
(dies auch gleich am Vorderrad prüfen ...)
- sind die Lager sauber eingestellt?
- kann das Hinterrad bei (starken) seitlichen Belastungen die
Bremse oder den Hinterbau berühren?
Sattel, /-Stütze
Sattel und /-Stütze können als Geräuschquelle ausgeschlossen werden, wenn das Problem auch im Wiegetritt besteht; dann sollten erst einmal die übrigen Möglichkeiten getestet werden.
- sitzt der Sattel fest in der Klemmung, ist selbige vielleicht
innen verdreckt und nicht ausreichend gefettet?
- ist die Sattelstütze richtig montiert oder hat sie Spiel
im Sitzrohr?
- sind Sattelstütze und die Klemmung sauber und gefettet?
- kann der Sattel selber als Geräuschquelle ausgeschlossen
werden, oder knackt etwa dessen Rahmen?
(mal anderen Sattel montieren oder länger im Wiegetritt
fahren)
- ist eine gefederte Sattelstütze montiert? (bitte Handbuch
bzgl. Wartungsanweisungen konsultieren)
Lenker, Vorbau
Lenker, Vorbau, Bremsgriffe zählen zu den Hauptverdächtigen, wenn die störenden Geräusche auch -oder besonders- im Wiegetritt auftreten.
- ist der Steuersatz richtig eingestellt?
- ist sind Vorbau- und Lenkerklemmung ausreichend fest montiert
und sauber?
- sitzen die Bremsgriffe fest genug oder können sie sich ggü.
dem Lenker bewegen?
- ist ein verstellbarer Vorbau montiert? (diese machen schonmal
von sich aus nicht vermeidbare Geräusche)
Rahmen
- sind irgendwo Anzeichen für einen beginnenden
Rahmenbruch (Harrisse im Lack o. ä.) zu finden?
- In Alu-Rahmen sind die Gewinde für die Befestigung der
Flaschenhalter (oft) nur eingenietet. Zwischen der Niete und
dem Rahmenrohr kann sich ein Spielraum bilden, der bei
Bewegung Knacken verursacht. Lösung:
Flaschenhalter demontieren; Rad so aufhängen, dass das Rohr
waagerecht hängt und die Nieten nach unten zeigen; Kriechöl
in das Rahmenrohr sprühen und in den Spalt zwischen Niete und
Rohr einwirken lassen; überschüssiges Öl ablaufen lassen
sonstiges
- sitzen die Cleats fest genug an den Schuhen?
(ggfs. etwas Öl / Fett zwischen Cleat und Sohle)
- schlackern Kabelzüge am Rahmen?
- deutet irgendetwas auf (Haar-) Risse am Rahmen hin?
Noch immer nicht geräuschlos?
Falls all diese Tips nicht weitergeholfen haben, lohnt es sich beim Fahrradhändler vorbeizuschauen oder in der newsgroup
de.rec.fahrrad um Hilfe anzufragen ...
Sollte Dir eine Geräuschquelle bekannt sein, die hier vergessen wurde, teile uns diese doch bitte
per E-Mail mit -- Danke.
Hinweis
Wenn immer hier gefettete Verbindungen bzw. Schraubgewinde erwähnt werden, wird von Metall-Metall-Kontaktflächen ausgegangen.
Dennoch sollten, insbesondere aber bei Kunststoffen und Verbundmaterialien (Carbon!), die Herstellerangaben beachtet werden -- nicht alle Teile dürfen gefettet werden!
Generell gilt: zuerst einmal alle fraglichen Teile auf festen Sitz prüfen. Erst wenn lose Teile als Geräuschquellen ausgeschlossen werden können, sollte man der Reihe nach alle verdächtigen Komponenten demontieren, reinigen & fetten und wieder montieren.
Leserkommentare
2006/08/28 | Johannes Muhr
Mein Rennrad (Peugeot, etwa Bj. 1975) knackste und knarzte mal ... später wurde das Geräusch eher hämmernd und zusätzlich bewirkte Bremsen vorne, seitliches wegschieben/verlenken. Also noch schnell im Windschatten 2 m hinter einem Lkw den km nachhause ... Die Gabelscheidenrohre dieser Version hatten hatten je zwei Entlüftungslöcher, etwa 2,5 mm Durchmesser, je 2 cm vom unteren/oberen Ende. An einem oberen Loch hatte sich ein Riss entwickelt, der waagrecht rundum lief. Der Schnellspanner hielt die Scheiden von unten in Position. Auf Druck stützten sich die Rohrbruchteile noch gut ab, doch hämmerten bei Fahrbahnstösssen, verschoben sich beim Bremsbelastung. - Geschreckt hab ich mich schon als ich die Sache erkannte.
Johannes Muhr, http://ballon.wavez.at
2006/11/28 | anonymer Leser
Ein paar Dinge die mir noch eingefallen sind:
- an den Speichen reibende Speichenreflektoren
- Tacho-Sensor an den Speichen des Vorderrades
(oft nur bei seitlicher Belastung)
- bei geösten Felgen: eben diese Ösen
© 2006 - 2010 Marcus Endberg