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Fahrrad-Reisen: SPEZI 2010

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Rückreise 1. Tag, 2010/04/26, Neupotz – Oestrich-Winkel

Distanz: 172,0 km

Vorbereitung

Am Vorabend hatte ich Sachen aussortiert, die ich auf der Rückreise nicht mitschleppen möchte; T-Shirts, überzählige lange Trikots, das schwere Fahrradschloss ... damit fahre ich -nachdem ich das Zimmer bezahlt habe- zeitig zum Post-Shop in der Dorftankstelle, wo mir die freundliche Bedienung einen gebrauchten Karton für lau überlässt -- immerhin etwas mehr als drei kg, die ich so nach Hause schicke. Beim Bäcker kaufe ich fürs Frühstück ein und stelle beim Drogisten fest, dass dieser erst um 08:30 Uhr öffnet.

Also erstmal zurück zur Pension, die restlichen Klamotten eingepackt und das Rad beladen, gegen 08:50 Uhr trete ich die Heimreise an.

Abreise

Als erstes kaufe ich beim Drogisten ein paar Kleinigkeiten und Sonnencreme mit höherem Lichtschutzfaktor ... einmal (leichter) Sonnenbrand auf den Beinen reicht mir. Ich fahre am Rhein entlang, halte bei erstbester Gelegenheit um zu Frühstücken und den Sonnenschutz aufzutragen.

Durch Germersheim komme ich nach Berghausen, wo die Strasse, die mich näher an den Rhein führen sollte wg Baustelle komplett gesperrt ist. Einen Ausweichweg gibt es allem Anschein nach auch nicht, ein Anwohner empfiehlt mir über die L507 zu fahren.

Speyer

In Speyer ist die Fussgängerzone Maximilianstraße nicht schwer zu finden, wo ich in einem Supermarkt erst einmal meine Vorräte aufstocke. Ich kurve ein wenig um den Dom und mache im Domgarten eine längere Futterpause.

Je weiter ich zum Stadtrand / aus Speyer heraus fahre, desto anstrengender und rücksichtsloser werden die Outofahrer ... sowas von unentspannt. Aber auf der L454 und in Schifferstadt normalisiert sich das zum Glück auch schon wieder.

Ich folge weiter meiner Route und muss feststellen, dass der Gegenwind zunehmend stärker wird. Trotz der besseren Aerodynamik auf dem Liegerad wird es irgendwann nervig bis anstrengend. Als ich auf die L527 einbiege und der Wind nun von hinten bläst, komme ich so gut auf Tempo, dass ich den Abzweig nach Eppstein verpasse und mir meinen Weg durchs Gewerbegebiet im Westen Oggersheims suchen muss.

Ohne nennenswerte Vorkommnisse geht es bei stetigem Gegenwind über Eppstein, Frankental, Beindersheim und Groß-/Kleinniedesheim nach Worms.

Die spinnen, die Wormser

In Worms frage ich mich, was für verhaltensgestörte Vollidioten in unserem Lande eigentlich Kraftfahrzeuge führen dürfen. Wilde Huperei und ein paar pöbelnde Autler kann ich ja noch ignorieren, aber als mich nacheinander ein LKW mit Anhänger und ein Opa im Benz (Altersschwachsinn?) in einer Kurve mit nur wenigen Zentimetern Abstand überholen, ist auch für mich das eine Nummer zu viel. Nur raus aus diesem miesen Drecksnest!

Auf der L439 geht die Drängelei weiter, erstmals in meinem Radfahrerleben versucht sogar ein Krawallradler (Moppedler), mich auf einen nicht vorhandenen Rad_weg (links der Fahrbahn ist ein Weg für die Landwirtschaft, "Radfahrer auf eigene Gefahr") zu verweisen ... was für ein asoziales Vollgaslerpack.

Bei einer kurzen Rast beschliesse ich, von "Vorwärtskommen" in den gemütlichen "Touristen-Modus" zu wechseln und bei erstbester Gelegenheit ans Rheinufer auszuweichen.

Rhein-Radweg

Auf dem Rhein-Radweg fährt es sich wieder entspannter, auch wenn eine Unzahl an schmal gesetzten Pollern und ein paar sinnfreie "Radfahrer absteigen" Schilder zeigen, welcher Geist hier herrscht: Radfahrer werden nur als eine Art Fußgänger betrachtet.

Nach einem gehörigen Umweg komme ich nach Guntersblum, wo die Wegweisung für Radfahrer mehr als irreführend ist. Also fahre ich nach einer Ehrenrunde am Bahnhof kurzerhand ein Stück über die B9 und dann, einige verzichtbare Höhenmeter einsammelnd, über Ludwigshöhe und das verwinkelte Oppenheim wieder an den Rhein, wo ich mit der Fähre nach Geinsheim übersetze.

Rechtsrheinisch geht es weiter

Ich folge dem, was auf meinem Navi nach einem fahrbaren Weg in Rheinnähe aussieht ... und lande auf einem holprigen Feldweg durch ein Naturschutzgebiet -- immerhin sind die Schranken an dessen beiden Enden hoch genug, dass ich ohne abzusteigen darunter durch passe. :-)

Am Rheindamm tappe ich in eine weitere Falle: was auf Flußseite wie ein Weg aussah, endet unpassierbar in einer Deich-Baustelle. Also ein paar Meter zurück und auf der anderen Seite des Dammes weiter. Dort ist der Weg zwar auch gerade im Umbau, aber wenigstens befahrbar. Später geht es auf der Deichkrone auf festem Feinschotter weiter.

Mainz wie es stinkt und kracht

Ich komme nach Mainz (oder Wiesbaden? Hier scheint selbst bei den Ortsansässigen kein Durchblick zu herrschen.;-), fahre im stinkenden Stadtverkehr durch die Stadtteile Ginsheim, Kostheim und Kastel -- mein GPS leistet mir gute Dienste, so finde wenn auch keine schöne, zummindest aber eine direkte Route durch die Stadt.

Am Rande von MZ-Amöneburg muss ich erst einmal anhalten und den Rad_weg über die Kaiserbrücke (Nordbrücke) bewundern. Immerhin, einer von zwei Radfahrern macht es richtig: Helm auf beim Treppensteigen!

Immer in Nähe des Rheines geht es weiter, bei einer Bude, deren Küche ich gar nicht näher betrachten wollte, gönne ich mir erstmal einen BilloBurger (Frikadelle im Brötchen; Hitze tötet bekanntlich Keime). Als ich feststelle, dass ich schon lange am angepeilten Campingplatz vorbei gefahren bin, beschliesse ich, mir einmal mehr ein günstiges Zimmer zu suchen.

Zimmersuche

In Eltville sehe ich nur Hotels, bei denen schon der äussere Anblick auf zu hohe Zimmerpreise schliessen lässt. Oder soll ich doch einfach weiter fahren, bis ich nicht mehr kann, und mich dann irgendwo am Strassenrand für ein paar Stunden hinlegen?

Bei Erbach die nächste Überraschung, die sich aber im Nachhinein als glückliche Fügung erweist: der Rhein-Radweg ist wg Bauarbeiten (wird wie ich später im Hotel erfahre zur heftig umstrittenen "Radfahrer-Autobahn" ausgebaut) voll gesperrt, ich werde durch den Ort auf die alte Bundesstraße umgeleitet.

In Hattenheim sehe ich am Strassenrand ein Schild "Fremdenzimmer", aber als ich an der Türe läute, macht niemand auf ... In Oestrich fahre ich in die Weinberge hinauf zu einer Pension, die voll belegt sei, wo man mich aber weiter nach Oestrich-Winkel schickt.

Bett und Fahrrad

Direkt am Bahnhof Oestrich-Winkel liegt das "Bett & Bike" Hotel Ruthmann, wo ich um 19:45 Uhr ankomme. Senior-Hotelier und vor dem Haus sitzende Gäste staunen ungläubig über meine Tages-Kilometer ... Ja, ich selbst hatte das auch noch am Morgen ein wenig anders geplant.

Ich stelle mein Fahrrad in die Garage, checke ein: Zimmer mit WC und Dusche auf'm Flur für 35,- Euro -- klein, aber tadellos ausgestattet und die Regendusche ist eine wahre Wohltat. Auf der Terasse des hauseigenen Restaurants esse ich ein Schnitzel mit Pommes und Salat, die Portion ist anständig und der Preis nicht zu hoch. Praktischerweise kann ich das Abendessen auf die Zimmerrechnung setzen lassen, die ich am nächsten Morgen per EC-Karte begleiche.

Auf dem Zimmer erledige ich die üblichen Tätigkeiten am Ende eines Reisetages. Wie vermutlich im Umkreis von mehreren hundert Metern um die rechtsrheinische Bahnstrecke herum unvermeidlich, hört man die vorbeifahrenden Züge. Als ich kurz vor Mitternacht das Licht ausmache, stört mich aber auch der Bahnbetrieb nicht mehr.

 

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Fotos

Pension Neupotz, kurz vor der Abreise
Frühstück am Rheindamm
alte Ziegelei Germersheim
Gedächtniskirche der Protestation, Speyer
Stadttor, Speyer
Fußgängerzone, Speyer
Fußgängerzone, Speyer
Dom zu Speyer
Dom zu Speyer
um dort zu fahren fe_lt mir ehrlich der Schneid ;-)
sinnfreie Beschilderung am Rhein-Radweg nördl Worms, 1.
sinnfreie Beschilderung am Rhein-Radweg nördl Worms, 2.
sinnfreie Beschilderung an der B9 bei Guntersblum
von der Fähre Geinsheim aus
im NSG bei Ginsheim
Großbaustelle Rhein-Radweg
Rhein-Radweg, wassergebunden aber fahrbar
Rad_weg an der Nordbrücke Mainz-Amöneburg
Blick aus meinem Hotelzimmer
 

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