www.NUeB.de / Fahrrad / Rad-Reisen / SPEZI 2010 / Rückreise 2. Tag
 

Fahrrad-Reisen: SPEZI 2010

Rückreise 2. Tag, 2010/04/27, Oestrich-Winkel – St. Goar – Bad Lippspringe

Distanz: 41,4 + 12,8 km

Start und Schwierigkeiten

Nach dem Frühstück checke ich aus und belade mein Rad. Mit dem Hotelier ("selber Radsportler") unterhalte ich mich über die Vorzüge von Liegeräder, er berichtet von einem Velomobilisten aus der Gegend, der ganzjährig seine 50 km Arbeitsweg (einfache oder Gesamtstrecke?) mit dem VM beältigt ... Da ich überlege als nächstes Etappenziel Niederkassel anzupeilen sucht er mir noch schnell im Netz die Distanz heraus: locker mal 150 km ... ob ich das nach der Gewaltetappe des Vortages schaffe? Er empfiehlt mir noch, auf der anderen Rheinseite den Rhein-Radweg zu nehmen.

Ich nehme also die 09:30 Uhr Fähre nach Ingelheim, folge dem Radweg und merke bald, dass meine Beine den gestrigen Tag nicht spurlos weggesteckt haben. Auch wenn ich (den ganzen Tag) wieder kräftigen Gegenwind habe, alleine daran liegt es aber nicht, dass ich mit nur knappen 25 km/h durch die Ebene zockele -- was mir die Beine bei jeder noch so kleinen Steigung zu verstehen geben. Eigentlich wäre heute ein Ruhetag angebracht.

Bingen

Kurz vor Bingen hat der Radweg ein Stück lang eher Feldweg-Qualitäten, aber das kann mich auch nicht mehr schockieren. Immer am Rhein entlang komme ich an einer Burg nach der anderen vorbei, nett anzuschauen ist das ja alles schon ... wären da nicht dieser Gegenwind und die müden Beine.

Irgendwo an der B9 steht eine Touristengruppe kreuz und quer auf dem Rad_weg und ist vor lauter Knipserei taub für Fahrradklingeln ... aber ein kurzer Stoss aus meiner AirZound, schon springen sie beiseite. ;->

Abbruch

Bei Oberwesel verlässt mich die Motivation, ich schaue am Bahnhof auf den Fahrplan ... der nächste brauchbare Zug geht in etwa einer Stunde, da kann ich auch noch die paar km bis St. Goar fahren. Auf dem Weg dorthin finde ich keine neue Motivation, mit dem Rad weiterzufahren, ich will nur noch nach Hause.

Der Bahnhof St. Goar ist ein dunkles Loch, in dem es nach Pisse stinkt. Am Fahrkartenautomat steht ein ungepflegter Lockenkopf, der zusätzlich noch mit Zigarettenqualm die Luft verpestet -- auf meine Bitte, doch woanders zu rauchen folgt ein Blick, der hinter den ausdruckslosen Augen einen gewaltigen Hohlraum vermuten lässt. Zu allem Überfluss bekomme ich am Automaten nur ein Ticket bis Köln ... wenigstens ist oben auf dem (einzigen) Bahnsteig die Luft erträglich.

Bahnfahrt, nicht Vergnügen

Der Regionalzug bummelt von Kaff zu Kaff, an sich ist die Bummelei aber recht erträglich. Nervig wird es erst in Bonn, als ein paar Jugendliche mit schrottigen Stadträdern einsteigen und partout nicht kapieren wollen, dass ich etwas dagegen habe mein Rad von ihrem Müll beschädigen zu lassen. Tja, Respekt vor dem Eigentum anderer lernt man halt nicht im Ghetto.

In Köln muss ich umsteigen, hole am Automaten die nächste Fahrkarte für den Rest des Weges ... oder doch vor Paderborn aussteigen und den Rest selber fahren? Ach, nee ...

In den RE1, den ich ohne nennenswerte Wartezeit erreiche, steigt auch eine Reisegruppe aus'm Sauerland ein, die wohl in Köln das eine oder andere Bier zuviel getrunken hat ... aber sie sind ganz nett und zeitweilig sogar lustig. In Hamm steige ich um in die ERB, in Paderborn aus und rolle die letzten km nach Hause. Mein Ballast-Paket ist auch schon angekommen und ich beende die Reise -unter'm Strich sehr zufrieden- mit einer langen, langen Dusche.

Fazit

Sieben Tage war ich unterwegs, habe 569,5 Kilometer zusätzlich auf'm Tacho.

Das Liegerad hat sich grundsätlich als Reise- und Langstreckenrad für mich bewährt, selbst nach den beiden längsten und anstrengendsten Etappen bin ich abends vom Rad gestiegen und hatte keinerlei Rückenprobleme. Meine drei Rennräder kann (werde) ich nun vekaufen, es gibt keinen Grund, darauf meinen Rücken übermässig zu belasten.

Wie nach jeder Reise steht der Vorsatz, das nächste Mal weniger überflüssigen Krempel mitzuschleppen ... aber gerade die sehr geräumigen Liegerad-Packtaschen (60 l) verführen dazu, sie auch wirklich voll zu packen. ;) Auch die Taschen haben sich bewährt, ich bin sehr froh, dass ich mich für diese mit ihren praktischen Aussentaschen entschieden habe.

Camping ist auch nach dem Bandscheiben-Vorfall noch möglich, der Dreibein-Stuhl und das selbstgebaute Gepäckträger-Tischchen waren jedenfalls eine gute Idee.

Bis zur nächsten Reise mit dem Liegerad werde ich auch ein paar mehr 'Trainings'-km hinter mir haben und ggfs ein kleineres kleines Kettenblatt montieren um mehr Untersetzung als 30/32 zu haben.

[Ende]

 

Zurück: Rückreise 1. Tag        [Ende]

Fotos

auf der Fähre nach Ingelheim
von der Fähre nach Ingelheim aus
von der Fähre nach Ingelheim aus
Burg am Rhein
noch 'ne Burg am Rhein
Burg Pfalzgrafenstein, Kaub
wieviele Burgen gibt's eigentlich am Rhein?
zumindest klar abmarkiert ...
Loreley
Burg Katz, St. Goarshausen
Bahnsteig St. Goar
 

(Zum Vergrössern auf die Vorschaubilder klicken, Blättern mit Cursortasten rechts und links.)

 



 

© 2010 Marcus Endberg | Impressum